Aus Bergbauorten werden Kulturstätten

1994 wurde der Tetraeder in Bottrop gebaut und viele Bewohner der ehemaligen Industriestadt sahen darin eine Verschwendung öffentlicher Gelder. Unverzichtbar geworden ist die 50 Meter hohe Stahlpyramide, die auf einer alten Industriehalde errichtet wurde. Die Aussichtsplattformen bieten Ausblicke auf die umliegende Landschaft und Städte.

Bottrop liegt im Ruhrgebiet, dessen Kohle- und Stahlindustrie zwischen den 1930er und 1980er Jahren zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands beitrug. Der Bergbau ist dort unten erloschen, aber die Region verwandelt ihre alten Industriestandorte in kulturelle Attraktionen mit jährlich mehr als einer Million Besuchern aus dem In- und Ausland. Das Gebiet ist ein Hotspot auf der Europäischen Route der Industriekultur.

Auch die nahe gelegene Bergbaustadt Essen ist Teil der Route und beherbergt mit der Zeche Zollverein ein Industriedenkmal und UNESCO-Welterbe. Der Komplex umfasst etwa 100 Hektar und wurde später in ein Zentrum für Kunst, Konzerte, Festivals und Sportveranstaltungen umgewandelt. Museen, Büros, Restaurants, eine Eislaufbahn, ein öffentliches Schwimmbad und sogar ein Universitätscampus haben sich inzwischen in den Gebäuden angesiedelt, umgeben von grünen Wiesen und Bäumen.

Ferropolis wurde in ein Freilichtmuseum umgewandelt und ist vor allem für seine massiven Bergbaumaschinen wie Bagger bekannt. Es ist zu einem beliebten Veranstaltungsort geworden, der namhafte Künstler wie Metallica und Alice Cooper sowie jährliche Musikfestivals wie Melt beherbergt.

Die vielleicht erstaunlichste Verwandlung erlebte die Lausitz, wo Braunkohletagebaue in Europas größte künstliche Seenlandschaft verwandelt wurden. Es gibt 26 Seen in der Umgebung, umgeben von Wäldern und Radwegen. Besucher finden lebhafte Cafés, Campingplätze und Strände sowie Möglichkeiten zum Reiten und Quadfahren.

https://www.nationalgeographic.de/reise-und-abenteuer/2019/05/wie-aus-deutschlands-bergbauten-schillernde-kultur-hotspots-wurden

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Author: Sylvia Jacobs

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