In Peru haben Brandungswellen eigene Rechte

In Peru sind Wellen gesetzlich geschützt, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Surfer*innen hatten 13 Jahre lang für diesen Status gekämpft.

Die Surf-Community in Peru begab sich Ende der Neunzigerjahre in einen politischen Rechtsstreit. Nach mehr als 13 Jahren Verhandlung können seit 2013 Wellen unter Schutz gestellt werden. Geschützt ist der Bereich, in dem sich die Welle bildet, umschlägt und bricht, vom Beginn ihres Verlaufs bis zu ihrem Ende.

Das Gesetz ist weltweit einzigartig. Nur knapp über ein Drittel der globalen Brandungswellen befinden sich in Meeresschutzgebieten, der Großteil ist gefährdet.

Brandungswellen übernehmen wichtige wirtschaftliche und ökologische Funktionen und müssen deshalb vor Infrastrukturprojekten, Baggerarbeiten und anderen menschengemachten Gefahren geschützt werden. So soll etwa die australische Goldküste jährlich 180 Millionen US-Dollar an Wertschöpfung erzielen, allein durch die Ausgaben von Surfsportler:innen.

Vor allem aber schützt das Brandungswellen-Gesetz die Natur. Eingriffe in den Meeresboden, etwa durch Baggerarbeiten, verändern, wann und wie die Brandungswellen brechen. Deshalb ist der Meeresboden im Gesetz inbegriffen. Dadurch werden Ökosysteme wie Korallenriffe, Felsriffe, Algenwälder oder Sandböden bewahrt. Ohne sie wären viele Nahrungskreisläufe unterbrochen – schlimmer noch, das Ökosystem würde kollabieren.

Peru ist ein Beispiel für die Welt. Es ist eine große Errungenschaft, dass Wellen dort gesetzlich geschützt sind. Nun ziehen Aktivist*innen aus anderen Ländern Südamerikas, z.B. Chile, nach.

Bildquelle:

  • 220609-Wellenschutz: https://pt.magicseaweed.com/photo/231002/album/1985b3ce907d41c171e4def8c4c7010d/
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Author: Michael Kistler

Konzeption, Realisation und Kommunikation von Lösungen für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Transition.

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