Was aus einem leeren Kloster entstehen kann: Das Culinarium Alpinum in Stans

Das fanziskaner Kloster in Stans hat eine Jahrhunderte alte Geschichte. Doch der Orden stirbt aus, und mit ihm das Kloster. Das Kolster Nidwalden übernimmt das Kloster und hat eine dem Anwesen gerechte Lösung gefunden.

Der Food-Scout Dominik Flammer sammelte im Alpenraum während Jahren traditionelle Rezepte, er sucht nach vergessenen Lebensmitteln und forscht zu seltenen Obst- und Gemüsesorten. Das Wiederentdeckte beschreibt er in seinem Werk «Das kulinarische Erbe der Alpen».

Das ist die zündende Idee fürs ehemalige Kloster: ein Kompetenzzentrum für alpine Kulinarik, das Culinarium Alpinum. Die Idee besticht. 2018 folgt der Spatenstich. Für rund elf Millionen wird das ehemalige Kloster umgebaut: zurückhaltend und bescheiden, einfach und zweckmässig, ganz nach den Prinzipien der franziskanischen Lebensweise.

Im Tonnengewölbe von 1583 entsteht ein Alpsbrinz-Käsekeller und der ehemalige Klostergarten wird zu einer «essbaren Landschaft» umgestaltet. Heranwachsen sollen hier über 250 Obst- und Beerensorten. Als Gegenstück zu den agro-industriellen Monokulturen bei Beeren und Obst wird hier zusammen mit Pro Specie Rara die biologische Vielfalt von Nutzpflanzen gefördert.

Das ehemalige Refektorium der Kapuziner, ihr gemeinsamer Speisesaal, wird zu einem Restaurant mit Spezialitäten aus dem Alpenraum. Die alte Klosterbibliothek zum schmucken Festsaal. Jeweils zwei karge Klosterzellen ergeben ein Gästezimmer. Die schlichen Zimmer atmen noch heute etwas von der ehemaligen Atmosphäre dieser spartanisch eingerichteten Klosterkammern. Der Genius Loci geht so nicht verloren.

Verzicht auf grossen materiellen Besitz kann nur aufgewogen werden durch die Geborgenheit in der .

https://www.journal21.ch/artikel/was-macht-man-mit-einem-leeren-kloster

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Author: Michael Kistler

Konzeption, Realisation und Kommunikation von Lösungen für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Transition.

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