Frankreich setzt auf Trinkwasser aus Abwasser

Frankreich reagiert auf zunehmende Wasserknappheit mit innovativen Lösungen. Im Département Vendée an der Atlantikküste wird gereinigtes Abwasser zu Trinkwasser aufbereitet. In Les Sables-d’Olonne erhalten bereits rund 150’000 Menschen Trinkwasser, das zuvor als Abwasser genutzt wurde.

Statt das gereinigte Abwasser wie bisher ins Meer zu leiten, wird ein Teil davon durch hochpräzise Filter sowie natürliche Prozesse mit Gestein und Pflanzen zusätzlich gereinigt und anschliessend ins Trinkwassernetz eingespeist. Das Pionierprojekt kostete rund 28 Millionen Euro.

Angesichts eines erwarteten jährlichen Wasserdefizits von etwa acht Millionen Kubikmetern betrachtet die Region die Investition als notwendig. Die Wasserqualität wird eng überwacht; bislang wurden keine negativen Auswirkungen auf das Ökosystem festgestellt.

Der ETH-Professor Eberhard Morgenroth beurteilt die Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser in Regionen mit Wasserknappheit als sinnvoll, weist jedoch auf die hohen Kosten und den Energiebedarf hin. Während die Trinkwasserversorgung in der Schweiz derzeit gesichert sei, empfiehlt er, bereits heute die rechtlichen und technischen Grundlagen für eine mögliche zukünftige Wiederverwendung von Wasser zu schaffen.

Für die Umsetzung des Projekts in der Vendée war eine staatliche Sondergenehmigung erforderlich. Die Anlage gilt deshalb als europäisches Pionierprojekt.

https://www.srf.ch/news/international/aus-abwasser-wird-trinkwasser-frankreich-geht-wegen-wasserknappheit-neue-wege

Author: Sylvia Jacobs

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