Pflanzen-Apps als Werkzeug zur Stadtanalyse

Pflanzenbestimmungs-Apps wie Flora Incognita sind längst mehr als ein Hobby: Nutzer fotografieren Pflanzen, die App identifiziert sie – und liefert gleichzeitig wertvolle Daten für die Wissenschaft. Besonders in Städten können solche Daten Umwelt- und Klimaprobleme sichtbar machen, etwa Trockenheit, Wärme oder Bodenveränderungen.

Im Winter zeigen sich Auswirkungen von Streusalz: Salzreiche Böden verändern die Vegetation, etwa durch Pflanzenarten wie die Salzschwaden. Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena hat 80 Millionen Bürgerbeobachtungen ausgewertet, veröffentlicht in Nature Cities. Dabei fungieren Pflanzen als Sensoren für Umweltbedingungen, und die Apps helfen, ein detailliertes Bild urbaner Lebensräume zu zeichnen.

Die Ergebnisse bestätigen: Städte sind oft trockener, wärmer und dunkler als Parks oder Umland. Grünflächen sind daher essenziell für Kühlung und Wasserspeicherung. Außerdem lassen sich damit bisher wenig erforschte Bodenzustände untersuchen, mit einer Genauigkeit von 100 Metern. Unterschiede innerhalb einer Stadt können so ähnlich groß sein wie zwischen Städten hunderte Kilometer auseinander, etwa Madrid und Stockholm.

https://www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/pflanzenbestimmung-apps-flora-incognita-zeigen-umwelt-zustand-unserer-staedte-100.html

Author: Sylvia Jacobs

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