Im Wallis werden seit dem 15. Jahrhundert sogenannte Suonen genutzt, um Gletscherwasser überlange, teils an steilen Felswänden verlaufende Kanäle für die Bewässerung von Feldern und Weiden zu leiten. Dieses traditionelle System basiert vollständig auf der Schwerkraft und kommt ohne Pumpen oder technische Anlagen aus.
Ein Beispiel zeigt eine Wiese unterhalb der Station Anzère: Durch das Öffnen von Schleusen wird das Wasser aus der Suonen gezielt verteilt und mithilfe kleiner Dämme gleichmässig im Boden versickert. So kann die Erde effizient bis in etwa zehn Zentimeter Tiefe durchfeuchtet werden.
Forschende aus der Schweiz und dem Ausland untersuchen dieses Bewässerungssystem als mögliches Modell für nachhaltige Landwirtschaft. Es gilt als effizient, energiearm und förderlich für Biodiversität sowie zur Reduktion von Hitzeinseln in Siedlungsnähe. Parallelen werden unter anderem zu traditionellen Bewässerungssystemen in Madagaskar und Italien gezogen.
Die Walliser Suonen wurden Ende 2023 als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und gewinnen im Kontext des Klimawandels erneut an Bedeutung als ökologisch wertvolle Technik.
Bild ©️bisses-valais.ch




















