Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt seit Jahrzehnten zu den besonders gefürchteten Krebsarten. In der Schweiz erkranken jährlich etwa 1400 Menschen. Ein großes Problem ist, dass frühe Symptome häufig fehlen oder unspezifisch sind. Dadurch wird die Diagnose oft erst gestellt, wenn der Tumor bereits gestreut hat oder eine Operation nicht mehr möglich ist. Zwar wurden in den letzten Jahren neue Chemotherapiekombinationen entwickelt, die das Überleben verlängern können, doch ein echter Durchbruch blieb bislang aus: Die Fünfjahresüberlebensrate liegt im Vergleich zu vielen anderen Krebsarten deutlich niedriger.
Neue Aufmerksamkeit erhält nun ein experimenteller Wirkstoff namens Daraxonrasib, der auf einer zielgerichteten Idee beruht: Das Medikament wird als Tablette eingenommen und richtet sich gegen eine genetische Veränderung im RAS-Gen. RAS-Mutationen gehören zu den häufigsten Krebsveränderungen und sind beim Bauchspeicheldrüsenkarzinom in rund 90 Prozent der Fälle nachweisbar. Lange galt RAS als kaum angreifbar, erst in jüngerer Zeit wurden Ansätze entwickelt, bestimmte RAS-Mutationen medikamentös zu beeinflussen.
Auf der ASCO in Chicago wurden Daten einer Phase-III-Studie vorgestellt, die im New England Journal of Medicine publiziert wurde. Untersucht wurden 500 Patientinnen und Patienten, die randomisiert entweder Daraxonrasib oder Chemotherapie erhielten; 91,8 Prozent hatten eine RAS-G12-Mutation. In dieser Gruppe verlängerte Daraxonrasib die Überlebenszeit deutlich: 13,2 Monate statt 6,6 Monate. Auch die progressionsfreie Zeit stieg auf 7,3 Monate gegenüber 3,5 Monaten. Sollte sich das in der Praxis bestätigen, könnte dies tatsächlich als wichtiger Schritt hin zu einem Paradigmenwechsel gelten—weg von rein allgemeiner Chemotherapie hin zu einer passgenaueren Behandlung nach genetischem Tumorprofil.




















