Paris kühlt mit Fernkälte gegen die Hitze

Unter den Strassen von Paris verläuft eines der grössten Fernkältenetze Europas. Rund 900 Gebäude – darunter Museen, Spitäler, Schulen, Kaufhäuser und Bürogebäude – werden bereits mit fünf Grad kaltem Wasser gekühlt.

Das rund 120 Kilometer lange Leitungssystem funktioniert wie ein grosser Kaltwasserkreislauf: Das Wasser nimmt in den Gebäuden Wärme auf und wird anschliessend in Kältezentralen wieder heruntergekühlt. Drei der 14 Anlagen nutzen dafür die Seine als natürlichen Kühler. Dabei gelten jedoch strenge Vorgaben, damit sich der Fluss nicht zu stark erwärmt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Klimaanlagen bietet das Fernkältenetz mehrere Vorteile: Es benötigt weniger Energie, verursacht weniger CO₂ und gibt keine warme Abluft an die Strassen ab. Zudem bleibt die Infrastruktur unsichtbar unter der Stadt und schützt damit das historische Stadtbild von Paris.

Die zunehmenden Hitzewellen stellen das System jedoch vor Herausforderungen. Bei extremen Temperaturen kann das Netz nicht allen Kundinnen und Kunden die gewohnte Kühlleistung garantieren, auch wenn es grundsätzlich sehr robust ist.

Der Betreiber Engie soll das Netz im Auftrag der Stadt Paris in den kommenden rund 20 Jahren verdreifachen. Im Fokus stehen dabei besonders öffentliche Einrichtungen wie Spitäler, Schulen und Altersheime. Denn Kühlung wird zunehmend nicht mehr als Luxus, sondern als wichtige Anpassungsmassnahme an den Klimawandel betrachtet.

https://www.srf.ch/news/international/hitzeschutz-frankreich-paris-mit-einem-unterirdischen-kuehlsystem-gegen-die-hitze

Author: Sylvia Jacobs

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