Der Begriff „Superfood“ verspricht eine besonders gesunde Ernährung mit exotischen Lebensmitteln wie Avocados, Chia-Samen, Goji-Beeren und Quinoa, die angeblich schlank, gesund und glücklich machen sollen. Dieser Hype wird kritisch hinterfragt, da das Konzept oft als Etikettenschwindel entpuppt. Ein Dokumentarfilm auf Play SRF beleuchtet diese Hintergründe. Superfoods werden oft als Wunder für überforderte Konsumenten dargestellt, die in der Fülle gesunder Nahrungsmittel unsicher sind und daher leicht an Heilsversprechen glauben. Ein Beispiel ist Quinoa, das in Bolivien ein Grundnahrungsmittel ist, in deutschen Supermärkten aber als „Güteklasse 1“ verkauft wird, während bolivianische Bauern es höchstens für Hühner geeignet halten. Obwohl Superfoods tatsächlich hohe Nährwerte aufweisen können, werden sie oft mit viel Zucker angereichert verkauft. Zudem gibt es häufig einheimische Alternativen mit vergleichbaren Nährwerten, wie z.B. schwarze Johannisbeeren statt Goji-Beeren oder Leinsamen statt Quinoa. Ein weiterer Nachteil ist die fehlende Nachhaltigkeit. Der CO2-intensive Transport aus fernen Ländern belastet die Umwelt. Zwar profitieren die Anbauenden kurzfristig von guten Preisen, doch diese können auch schnell wieder fallen. Der intensive Anbau zur Deckung der Nachfrage laugt zudem die Böden aus und macht sie anfällig für Erosion und Verwüstung. Ernährungsmediziner betonen, dass auch heimische Lebensmittel wie Äpfel, Kohl, Lauch und Zwiebeln hochwertige Alternativen darstellen. Eine vielfältige und frische Ernährung, die Exotisches mit Bekanntem kombiniert, bleibt der beste Garant für Gesundheit.
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