Diese Polar‑Bären sind dicker – und die Geschichte dahinter

Polar‑Bären gelten als Ikonen der Arktis und als Symbol für die Folgen des Klimawandels. Neue Forschungsergebnisse aus der norwegischen Region Svalbard überraschen: Trotz rapide schrumpfendem Meereis sind viele erwachsene Bären dort dicker und körperlich gesünder als vor zwanzig bis dreissig Jahren. Forscher haben zwischen 1992 und 2019 knapp 800 Tiere gewogen und festgestellt, dass ihre Fettreserven zugenommen haben – selbst während die Eisdecke zurückgeht. 

Wie ist das möglich? Die Tiere scheinen sich anzupassen: Sie jagen nicht nur Robben aufs Eis, sondern nutzen zunehmend andere Nahrungsquellen an Land, etwa Rentiere, Walrosse oder Vogel‑Eier. Zudem können weniger Meereis und konzentrierte Robbenpopulationen bei begrenzter Eisfläche das erfolgreiche Jagen an bestimmten Stellen sogar erleichtern. 

Das klingt nach einer positiven Wendung – doch Forscher warnen vor zu viel Optimismus. Dieser Zustand könnte nur vorübergehend sein. Wenn das Eis weiter schmilzt, müssen die Bären längere Strecken schwimmen oder laufen, um Nahrung zu finden, was mehr Energie kostet. In anderen Teilen der Arktis, etwa in Kanada, zeigen Studien deutliche negative Auswirkungen des Eisverlusts auf Gewicht und Überlebensrate von Eisbärenjungen und älteren Tieren. 

Kurz gesagt: Einige Bären trotzen aktuell dem schwindenden Eis – aber ihre Zukunft bleibt ungewiss.

Quellen: bbc.com
©️Bild: unsplash.com

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Author: Patrizia Bertschmann

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