Rücksicht auf Wildtiere im Frühling

Hier sind einige wertvolle Erkenntnisse aus dem Naturpark Gantrisch in Bern, die im Frühling auf die gesamte Schweiz übertragbar sind. Von April bis Ende Juli ist in der Natur Kinderstube: Viele Wildtiere bringen ihren Nachwuchs zur Welt und ziehen ihn auf. Besonders Wald, Waldrand, Hecken, Wiesen und Uferzonen werden in dieser Zeit zu sensiblen Rückzugsorten. Damit Rehe, Feldhasen, Vögel und andere Tiere ungestört bleiben, gilt es, einige einfache Regeln zu beachten:

Rücksicht zeigen: Bleibe auf offiziellen Wegen und verhalte dich ruhig, besonders in der Nähe von Hecken, Wiesen und Gewässern.

Hunde an die Leine: Auch wenn keine Leinenpflicht herrscht – in Brut- und Setzzeiten kann frei laufende Hund gefährlich für Jungtiere sein, die sich im hohen Gras verstecken.

Tiere nicht anfassen: Junge Wildtiere wirken oft verlassen, sind es aber meist nicht. Elterntiere bleiben in der Nähe und versorgen sie weiterhin – selbst bei Bodenflüchtern wie Jungvögeln. Menschengeruch kann jedoch dazu führen, dass der Nachwuchs verstoßen wird.

Beobachten mit Abstand: Wer Tiere sehen möchte, sollte sie nicht stören – lieber aus der Ferne mit Fernglas.

Natur tagsüber genießen: Wildtiere sind vor allem in der Dämmerung aktiv – wer tagsüber unterwegs ist, stört weniger.

Schutzgebiete respektieren: In Wildruhezonen und Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln.

Im Frühling führen Birkhühner im Naturpark Gantrisch beeindruckende Tänze auf, um Weibchen zu beeindrucken. Diese Balz ist wichtig für den Arterhalt, aber sehr störungsempfindlich. Wer das Schauspiel beobachten möchte, sollte Abstand halten, ruhig bleiben und Balzplätze nicht betreten. Der Naturpark begleitet die Balzzeit seit über zehn Jahren mit Infoständen und Ranger:innen. Rücksicht schützt die Tiere und hilft, ihre Zukunft zu sichern.

Bild: (c) unsplash.com/Vincent van Zalinge

https://www.gantrisch.ch/naturpark-blog/birkhahnbalz/

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Author: Sylvia Jacobs

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