Gute Nachrichten aus der Forschung: Moderne Windkraftanlagen (ab 2010) verursachen im Schnitt nur noch 2–3 tote Fledermäuse und Vögel pro Jahr – gut viermal weniger als früher. Der Grund: Strengere Auflagen sorgen dafür, dass Turbinen bei starkem Vogel- oder Fledermauszug abgeschaltet werden.
Das Problem: 70% der deutschen Anlagen stammen aus der Zeit vor diesen Regeln. Folge: Allein in Deutschland sterben jährlich noch rund 83’000 Abendsegler in älteren Turbinen.
Forscher der Uni Konstanz und des Max-Planck-Instituts untersuchen derzeit das Zugverhalten von Fledermäusen mit Mini-Sendern. Ihre Erkenntnis: Trächtige Weibchen fliegen jeden Frühling 500–1000 km nach Nordosten – und werden auf dem Rückweg besonders oft Opfer von Windrädern.
Lösungen existieren bereits:
- Kamerasysteme erkennen grössere Vögel frühzeitig
- Radaranlagen (wie am Gotthard) erfassen sogar kleine Zugvögel
- Entscheidend bleibt die Standortwahl: Ungünstig platzierte Anlagen an Zugrouten können bis zu 70 tote Fledermäuse in nur zwei Monaten verursachen
Wildtierforscher Christian Voigt betont: «Wir haben genügend Wissen, um Anlagen zu bauen, an denen praktisch keine Fledermäuse mehr sterben.» Die Windkraftbranche sieht aufwendige Schutzsysteme allerdings nur an Hochrisiko-Standorten als wirtschaftlich sinnvoll.
Fazit: Technisch ist tierfreundliche Windkraft machbar – jetzt geht es um die Umsetzung bei Altanlagen und die richtige Standortwahl.
Weniger tote Tiere an neuen Windkraftanlagen – Wissen – SRF
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