Auf Réunion kühlt der Flughafen ganz ohne Klimaanlage

Der Flughafen Roland Garros auf der tropischen Insel La Réunion zeigt, wie traditionelle Bauprinzipien und moderne Technik für ein angenehmes Raumklima sorgen – ganz ohne Klimaanlage.

Das 2024 eröffnete Ankunftsterminal nutzt die Passatwinde, über 800 automatisch gesteuerte Fensterlamellen und eine breite Öffnung im Dach, durch die warme Luft entweichen kann. Deckenventilatoren unterstützen die Luftzirkulation. So sinkt die gefühlte Temperatur selbst bei über 30 Grad Aussentemperatur um vier bis fünf Grad.

Das Konzept greift traditionelle Bauweisen der Insel auf: Gegenüberliegende Fenster, Lamellen und offene Bereiche ermöglichen natürliche Querlüftung, während Vordächer vor Sonne und Regen schützen. Bei Unwettern lässt sich die Fassade vollständig schliessen.

Laut Euronews benötigt das Terminal 55 bis 60 Prozent weniger Energie als ein konventionelles Gebäude. Bereits 30 Prozent des Energiebedarfs des Flughafens stammen aus Photovoltaik. Die CO₂-Emissionen sanken von 8000 Tonnen im Jahr 2011 auf rund 1000 Tonnen jährlich. Bis 2030 soll der Flughafen energieautark sein.

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt zeigt das Potenzial einer Architektur, die Wind und natürliche Belüftung nutzt, statt auf Klimaanlagen zu setzen. In europäischen Grossstädten ist das Konzept wegen der höheren Luftverschmutzung allerdings nur bedingt übertragbar.

Bild©️Aia Life Designers

https://www.infosperber.ch/umwelt/uebriges-umwelt/auf-reunion-kuehlt-sich-der-flughafen-mit-wind/

Author: Sylvia Jacobs

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