Was passiert, wenn ein Museum nicht nur ein Ort zum Anschauen von Kunst ist, sondern zum Lernraum wird? Genau das zeigt das Vermittlungsprojekt «Schule im Museum» des Musée Visionnaire in Zürich. Das Museum, das sich der Art Brut und Outsider Art widmet, lädt Kinder dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern sich aktiv mit ihr auseinanderzusetzen. Über einen längeren Zeitraum entwickeln sie eigene Ideen, stellen Fragen, arbeiten kreativ und entdecken, dass es in der Kunst oft kein eindeutiges Richtig oder Falsch gibt. Ziel des Projekts ist es, kritisches Denken, Kreativität und selbstständiges Lernen ausserhalb des Klassenzimmers zu fördern.
Für eine Schulklasse ging diese besondere Reise nun nach drei Jahren zu Ende. Beim feierlichen Abschluss führten die Schülerinnen und Schüler die Besucherinnen und Besucher selbst durch die Ausstellung LISTED LIVES, präsentierten ihre während eines halben Jahres entstandenen Listen und erzählten von ihren Erfahrungen.
Besonders eindrücklich war, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder über Kunst sprachen und wie viel sie aus dieser Zeit mitgenommen haben. Viele berichteten, wie stolz sie waren, ihre Familien durch das Museum zu führen, Fragen der Besucher zu beantworten und zu erleben, dass jede Idee ihren Wert hat. Vor allem die kreative Freiheit und die Erkenntnis, dass unterschiedliche Denk- und Arbeitsweisen willkommen sind, werden ihnen in Erinnerung bleiben.
Der Abschluss machte deutlich, welchen Wert langfristige Kultur- und Bildungsprojekte haben können. Wenn Kinder einen Ort erhalten, an dem Neugier, Vertrauen und eigenständiges Denken gefördert werden, entstehen Erfahrungen, die weit über den Museumsbesuch hinausreichen.
Wer das Musée Visionnaire in den Sommerferien besuchen möchte, kann die aktuelle Ausstellung LISTED LIVES weiterhin zu den regulären Öffnungszeiten entdecken. Zudem hat SRF Kultur einen Beitrag über die Ausstellung und die Kulturgeschichte des Listenmachens ausgestrahlt.
Nach den Sommerferien geht das Programm mit neuen Veranstaltungen weiter. Geplant sind unter anderem ein Listenabend DIY, eine Harald-Naegeli-Tour sowie die Lange Nacht der Zürcher Museen mit Führungen, einer Cocktailbar und weiteren Überraschungen.




















