🏘StĂ€fa hat jetzt einen virtuellen Dorfplatz mit AktivitĂ€ten in den realen QuartierenđŸ™ŒđŸ»

fĂŒrenand Standaktion StĂ€fa: Zwei Menschen verteilen Flyer

Die Gemeinde StĂ€fa wĂ€chst. Mit ihr wachsen Einsamkeit und Vereinzelung, der Zusammenhalt der Gemeinschaft bröckelt. Dagegen will die Stadt am oberen Ende des ZĂŒrichsees vorgehen. Mit einem virtuellen Dorfplatz auf der Online-Plattform «fĂŒrenand». Michael Kistler erklĂ€rt die HintergrĂŒnde. Er ist innerhalb des Vereins «Lokale Agenda 21» Mitinitiator dieses virtuellen Dorfplatzes. Und ganz zufĂ€llig auch GrĂŒnder der «Guten Minute».

Michael, wieso verfĂŒgt StĂ€fa jetzt ĂŒber einen virtuellen Dorfplatz auf der Plattform «fĂŒrenand»?

Das war die Idee des Vereins «Lokale Agenda 21» aus StĂ€fa. Er setzt sich hier lokal fĂŒr Nachhaltigkeit ein und wollte eine Plattform fĂŒr den Austausch. Denn eigentlich gab es bereits eine, das StĂ€fnet. Aber da lief nichts. In einer Arbeitsgruppe haben wir Optionen evaluiert und sind auf die Plattform «FĂŒrenand» gestossen.

Wie funktioniert denn dieser virtuelle Dorfplatz?

Wichtig zu wissen ist: Den Kern von «fĂŒrenand» bilden die Quartiere. Wenn ich einen Aufruf oder ein Inserat schalte, kann ich immer entscheiden, ob dies nur im Quartier oder im ganzen Dorf geschaltet wird. Dazu muss man sich mit der ganzen Adresse anmelden. Der Prozess ist etwas langwierig, aber es garantiert, dass nur reale Personen aus realen Quartieren miteinander kommunizieren.

Was kann ich dann alles auf der Plattform?

Sie sehr kollaborativ. Sie funktioniert quasi wie ein virtuelles Schwarzes Brett mit zusĂ€tzlichen Funktionen und der Möglichkeit zur Kommunikation: Ich kann einer Nachbarschaft beitreten, wo ich Verkaufsinserate, Aufrufe, AnkĂŒndigungen etc. schalten kann. Als Verein kann ich meine AnkĂŒndigungen und Mitglieder fĂŒr die Mitglieder dort schalten, also einen eigenen, geschĂŒtzten Bereich bilden. Als Gewerbe kann ich Aktionen, Rabatte oder AnlĂ€sse nur fĂŒr das Dorf bekanntgeben. Es ist quasi ein Tutti, Slack, Teams, Facebook auf einer Plattform und nur fĂŒr StĂ€fa.

„Einsamkeit trifft auch zunehmend junge Leute.“

Was spricht denn fĂŒr «fĂŒrenand»?

Im Unterschied zur Konkurrenz, die Plattformen mit Marktplatzfunktion in Gemeinden anbietet und zu Gruppen auf Social-Media-Plattformen, verfolgt die Betreiberin von «fĂŒrenand» keine kommerziellen Ziele. Es werden keine Daten getrackt. Der Preis fĂŒr die PrĂ€senz ist sehr moderat, dabei wird sie vollstĂ€ndig in der Schweiz programmiert. Die Einnahmen werden fĂŒr die Weiterentwicklung der Funktionen eingesetzt. Es wird auch keine Werbung geschaltet – ausser solcher von lokalem Gewerbe. Denn auch das Gewerbe gehört zu einer lebendigen Gemeinde.

Wie werden denn mit «fĂŒrenand» Non-Digitals eingebunden und alte Leute?

Weil die Plattform digital ist, können nicht-digitale Menschen sich nicht direkt darĂŒber austauschen. Nicht-digitale Menschen profitieren aber indirekt. Zum Beispiel, indem ein Nachbar im Quartier die Nachbarschaftshilfe organisiert fĂŒr die EinkĂ€ufe fĂŒr einen alten, vulnerablen Menschen. Es ist ĂŒbrigens ein Irrtum, dass nur Ă€ltere Menschen einsam sind. Studien zeigen, dass dies zunehmend fĂŒr jĂŒngere zutrifft.

„fĂŒrenand“-Kampagnenleiter Michi Kistler vor dem Gemeindehaus in StĂ€fa.

Wie wissen denn die Bewohner von StĂ€fa von der PrĂ€senz der Gemeinde auf «fĂŒrenand»?

Meine Firma Kistler Holistic wurde vom Verein «Lokale Agenda 21» StÀfa beauftragt, eine Kampagne zur Bewerbung zu entwickeln. WÀhrend der nÀchsten zwei Jahre setzt der Verein zusammen mit der  Gemeindeverwaltung eine Werbekampagne in mehreren Wellen  um. Das Ziel ist, die StÀfner Bevölkerung, Vereine, Institutionen und das Gewerbe auf die Plattform zu holen, damit sie dort  aktiv sind.
Zum Beispiel informiert die Gemeindeverwaltung die Bevölkerung mit einem Brief ĂŒber die Plattform. Der Verein macht  Standaktionen. Zudem wird mit Plakaten  und online auf die Plattform aufmerksam gemacht.

Das heisst, ihr konntet die Gemeindeverwaltung von eurem Projekt ĂŒberzeugen. Wie habt ihr das geschafft?

Wir haben ihr unser Konzept vorgelegt, mitsamt Budget und Kommunikationsmassnahmen. Der GemeindeprĂ€sident und der Gemeindeschreiber waren begeistert. KĂŒnftig will die Gemeinde sĂ€mtliche AnlĂ€sse ĂŒber die OnlineprĂ€senz kommunizieren.

„Immer mehr Gemeinden eröffnen Online-DorfplĂ€tze.“

Gibt es bereits Erfahrungen mit Dorfgemeinschaften auf Online-Plattformen?

Es gibt immer mehr Gemeinden, die solche Online-PrĂ€senzen eröffnen. Zum Beispiel die Nachbargemeinde MĂ€nnedorf. Sie ist aber auf einer anderen Plattform. «fĂŒrenand» wurde im letzten Jahr von Grund auf neu entwickelt und ist seit August mit der Version 2.0 online. Interessant ist, was sich auf solchen virtuellen DorfplĂ€tzen ereignet. Mir ist ein Fall bekannt von einem Hochhaus, das seinen virtuellen Dorfplatz auf «fĂŒrenand» hat. In ihm wurde ein Paar Turnschuhe geklaut. Der Bestohlene hat ein Inserat auf dem Marktplatz geschaltet. Schliesslich konnte der Dieb ermittelt werden.

Weil internationale Firmen ihren Sitz in StĂ€fa haben, gibt es auch immer mehr Nichtdeutschsprachige in StĂ€fa. Wie finden sie den Anschluss in «fĂŒrenand»?

Bisher ist die Plattform nur deutschsprachig. Wie gesagt gehen sĂ€mtliche Einnahmen in die Weiterentwicklung der Plattform. Es werden Erfahrungen gesammelt und Optimierungsbedarf ermittelt. Bei Bedarf wird «fĂŒrenand» vielleicht ĂŒbersetzt. Oder noch einfacher: Es bildet sich ein englischsprachiger Verein darauf.

Was erhofft ihr euch vom virtuellen Dorfplatz fĂŒrenand.ch?

Wir wĂŒnschen uns, dass viel «Traffic» entsteht und sich die Leute untereinander vernetzen. Am schönsten wĂ€re es, wenn aus virtuellen Begegnungen reale Freundschaften entstĂŒnden.

https://www.staefa.ch/aktuell/medienmitteilungen.html/180/news/5508

Bildquellen

  • Standaktion im Einkaufszentrum Goethezentrum Stäfa am 11-11-21: Agenda 21
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Author: Anja Eigenmann

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