Schweizer Forschung entdeckt Potenzial in organischen Reststoffen

Auch dieser Artikel aus „Aqua & Gas“ ist im Hinblick auf die Pyrolyse interessant zu lesen.

Neben klassischem Holz bieten organische Reststoffe ungenutzte Reserven für die nachhaltige Energiewirtschaft. Das Schweizer Forschungsprojekt PyroChar unter Leitung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) untersuchte das Potenzial alternativer Substrate für das Pyrolyseverfahren. Bei dieser thermischen Verwertung unter Luftabschluss entsteht neben Wärmeenergie auch feste Pflanzenkohle, die als dauerhafter CO₂-Speicher genutzt werden kann.

Als besonders aussichtsreich erwiesen sich Waldholzrinde, Weizenkleie und Kaffeeröstereiabfälle. Zusammen besitzen diese drei Substrate ein jährliches Energiepotenzial von bis zu 1’200 GWh – was dem Wärmebedarf von rund 80’000 Einfamilienhäusern entspricht – sowie ein Erzeugungspotenzial von etwa 100’000 Tonnen Pflanzenkohle. Andere Reststoffe wie Pferdemist oder Kompost-Siebreste erwiesen sich wegen hoher Schadstoff- oder Verunreinigungs-Werte als problematisch.

Während Pflanzenkohle aus naturbelassener Waldholzrinde in der konventionellen Landwirtschaft oder in Baustoffen eingesetzt werden darf, fehlen für andere Reststoffe noch die rechtlichen Zulassungen und technische Anpassungen bei der Abgasreinigung. Da etwa 60 Prozent des Kohlenstoffs dauerhaft in der Pflanzenkohle gebunden bleiben, bietet die Pyrolyse von Agrar- und Industrieresten einen wirksamen Beitrag zur Schweizer Klimastrategie.

https://www.aquaetgas.ch/energie/fernwärme/20230130_ag2_energie-und-pflanzenkohle-aus-neuen-quellen/#:~:text=Die%20Pflanzenkohle%20könnte%20gemäss%20dem%20europäischen%20EBC%2DRegelwerk,für%20die%20Herstellung%20von%20Pflanzenkohle%20genutzt%20werden.

Author: Sylvia Jacobs

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